Bloggen im Urlaub mit Word

Heute möchte ich über ein Thema abseits vom Urlaub schreiben, wobei das eigentlich nicht ganz richtig ist. Was mich schon immer an meinem Blog gestört hat, ist die Tatsache, dass ich um Beiträge zu schreiben online sein muss. Gerade im Urlaub ist der Zugriff auf das Internet aber oft schlecht, langsam oder schlichtweg gar nicht vorhanden. Mehr durch Zufall habe ich jetzt entdeckt, dass man Blogbeiträge in Word schreiben und auch direkt veröffentlichen kann. Ein kurzer Test dieser Funktion ist vielversprechend und so werde ich jetzt wohl öfter mal einen Beitrag direkt aus dem Urlaub schreiben können.

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Segeln in Griechenland – ein Erfahrungsbericht

Nachdem wir im letzten Jahr die Dänische Südsee mit einer 38 Fuß Einrumpf Yacht erkundet hatten,

haben wir uns für dieses Jahr segeln in warmen Gefilden vorgenommen. In der näheren Auswahl war die Karibik,

Malaysia, Thailand und das Mittelmeer. Schließlich fiel die Wahl, nicht zuletzt wegen der kurzen Anreise,

auf Griechenland….

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Warum immer ich? Bahn fahren, das letzte große Abenteuer in Deutschland.

14.6.2013

Es ist Freitag und endlich ist eine Woche Urlaub in Sicht. Es geht an die See oder besser auf die See – auf die Ostsee, Ziel Dänische Südsee.

Ich hatte mir nicht vorgenommen, diesen Artikel zu schreiben, aber manchmal kommt es anders, als man denkt, aber lesen Sie selbst….

Wie bereits gesagt, eine Woche Hochseesegeln steht auf dem Programm. Der Törn startet in Glücksburg, damit liegt es schnell nah, die Anreise mit der Bahn zu machen. Der Plan: Nach der Arbeit entspannt gegen 17:30 starten um dann, ohne jeden Stress um 23:15 Uhr in Flensburg anzukommen, dort holt mich meine Frau ab, die vorgefahren ist und bereits ein paar Tage auf See verbracht hat.

Soweit die Theorie. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich scheinbar nicht Bahn kompatibel bin, ich versuche es immer wieder einmal, aber leider ist meine Erfolgsquote in der erwarteten Zeit am Zielort anzukommen gefühlt unter 50 Prozent. Dabei hatte ich schon einige Highlights im Laufe der Jahre erlebt, immer dann, wenn ich gerade wieder einmal den Mut geschöpft hatte, es wieder einmal zu versuchen. Mal waren es festgefahrene Bremsen, mal der unerwartet eintretende Schneefall im Januar, der Gleise und Weichen in Winterstarre verharren ließ. Eine ausgefallene Heizung auf dem Weg in die Alpen und Temperaturen im Zug wie sie kälter bei einer Durchquerung Sibiriens nicht hätten sein können, steckt man als Skiläufer ja locker weg – mir taten damals nur die anderen Mitreisenden leid, die nicht auf so tiefe Temperaturen eingestellt waren und beliebig wärmende Kleidung nachlegen konnten.

Aber ich schweife ab, es ist Sommer und ich fahre nach Norden. Der erste planmäßige Aufenthalt ist Bremen. Bei Ankunft kurz die Verbindung geprüft, alles gut. Planmäßig 40 Minuten Aufenthalt; Zeit für ein Abendessen und dann kann es weiter gehen.

Aber die Realität holt einen oft schneller ein als gedacht. Am Bahnsteig empfängt mich die Durchsage „Der Zug nach Hamburg hat 55 Minuten Verspätung…“. Also auf zum Reisezentrum um die Alternativen zu checken. Mir begegnen einige irritierte Mitreisende, nach einiger Wartezeit bin ich an der Reihe. „Sie haben eine Alternative in 20 Minuten um nach Hamburg zu kommen“ ist die Auskunft des freundlichen Herren an der Auskunft, weiterhin meint er, ich solle im Zug Bescheid geben, da Ankunft und Abfahrt in Hamburg zur gleichen Zeit sein werden und man den Regionalzug ggf. aufhalten könnte.

Also frohen Mutes auf zum neuen Gleis. Sicher kann sich jeder vorstellen, was mich dort erwartet… Der Zug hat 10 Minuten Verspätung und wie zum Hohn kommt doch zeitgleich glatt der Zug mit dem ich eigentlich fahren wollte. Na ja, jedenfalls fast der Zug. Es ist der Zug, der eine Stunde vor meinem fahren sollte, mit angesagten 140 Minuten Verspätung. Mann, hab ich ein Glück, dass ich nicht früher aufgehört habe zu arbeiten um zum Zug zu hetzen, nur um früher am Ziel zu sein.

Bis Hamburg hat mein Zug 6 Minuten Verspätung und die Anschluss ist weg. Also wieder zum Reisecenter. Es gibt eine Verbindung in 30 Minuten, dazu zwei Gutscheine über je 2 Euro, einzulösen im Kaffee gegenüber. Ich bedanke mich artig und löse einen großen Latte. Jetzt komme ich statt 22:45 erst um 23:57 an. Ich erreiche meine Frau, die mich am Bahnhof abholen will. Sie ist begeistert von den Neuigkeiten.

Ich habe der Kaffee, äh den Latte auf und es wird Zeit für den Regionalzug nach Kiel. Von dort soll es 5 Minuten später weiter gehen mit dem nächsten Zug. Wir starten mit 6 Minuten Verspätung und ich beginne zu schreiben…

Während ich diese Zeilen schreibe, wir fahren gefühlte 20 Minuten, wartet der Zug schon wieder. Wir werden von einem anderen Zug überholt. Ob der wohl pünktlich ist? Was muss ich tun um auch in so einem bevorzugten Zug fahren zu dürfen. Aber Halt! Ob es Zufall ist, dass in bevorzugt, Zug vorkommt? Muss ich später mal recherchieren, habe bestimmt später noch viel Zeit dazu.

Wir fahren weiter und es wird langsam dunkel. Jetzt muss ich erst mal eine Schreibpause machen, da ich in der Jetztzeit angekommen bin. Wir bremsen, der Zug kommt zum stehen, ich habe keine Ahnung warum. Es ist 22:05 Uhr. Ich nehme meine Umgebung wahr. Zwei Reihen vor mir schnarcht ein Mann hingebungsvoll, links daneben kommt ein leidenschaftlicher Rülps, hinter mir wird gegähnt… Auch der Zug gibt laut, das entweichen der Druckluft klingt wie ein beherzter Seufzer.

Ich mache mir über eine Entschädigung Gedanken. Schliesslich gibt es doch Regelungen für solche Fälle. Aber wie es der Teufel will, hat sich in der letzten Stunde seit Start in Hamburg noch kein Schaffner blicken lassen, oder hat der nur Verspätung, weil er von anderen Reisenden aufgehalten wurde?

Wir erreichen Neumünster, es ist 22:31, der Zug kommt mit rund 10 Minuten Verspätung hier an. Plötzlich bricht rund um mich Tumult aus, der Schnarcher ist erwacht, die Reisenden Stacheln sich gegenseitig auf. „Wir stehen hier auch schon wieder mehr als 10 Minuten. Warum halten wir? Haben wir wirklich schon wieder 20 Minuten Verspätung?“. Zum Glück fährt der Zug an und die Menschen verstummen wieder. Ich frage mich: Brauche ich gleich Plan C in Kiel? Wir werden sehen…

Kiel 22:57 Uhr, ich brauche Plan C! Wir erreichen Kiel, der Anschluss ist weg. Ich mache mich auf den Weg. Der Bahnhof ist voller Menschen, es gibt ein Reisezentrum und einen Informationsschalter. Raten Sie… Natürlich beide zu! Die Bundespolizei rät jemanden von der Bahn zu suchen und richtig, ich finde jemanden. Wenig freundlich werde ich aufgeklärt, dass ich in 3 Minuten einen Zug zurück nach Neumünster nehmen könne um dann von dort aus nach Flensburg zu kommen. Als ich es wage zu bemerken, dass ich da vor einer gefühlten halben Stunde schon einmal war, werde ich belehrt, dass es sich im eine private App handelt die gerade konsultiert werde und ich ja auf dem Fahrplan schauen könne. Zudem erfahre ich, dass der Zug zurück über Neumünster schon Verspätung habe und ich den Anschluss dort wohl nicht bekommen würde. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Warum nur hat sich auf der gesamten Fahrt von Hamburg nach Kiel kein Schaffner blicken lassen? Ich hätte genug Zeit gehabt dort auszusteigen um die Verbindung zu nehmen.

Die Verspätung kann mir mein genervter Gesprächspartner nicht bestätigen, dafür müsse ich morgen in das Servicecenter kommen. Bevor ich das Gespräch beenden kann, wendet sich der Herr wichtigeren Dingen zu. Er muss wohl kontrollieren, dass niemand etwas schlimmes tut. Wie gut, dass ich morgen nicht mehr in Flensburg bin, sondern schon auf der Weiterreise.

Warum strahlt die deutsche Bahn nicht wenigstens WLan auf den Bahnhöfen aus, damit sich die Reisenden in der Servicewüste selbst mit Informationen versorgen und die Wartezeit sinnvoll nutzen können?Aber was am Flughäfen weltweit quasi Standard ist, ist von der Bahn wohl zu viel verlangt.

Ich rufe abermals meine Frau an um ihr zu eröffnen, dass ich jetzt erst um 00:57 Uhr vom Bahnhof abgeholt werden möchte. Die Stimmung steigt, ich habe wieder 40 Minuten Zeit, gehe in die Bahnhofskneipe und genieße ein frisches Warsteiner vom Fass. Ach ja, Bahn fahren ist vollkommen stressfrei, man kann auch mal ein Bier trinken und die Musik ist gut.

Ich verlasse Kiel pünktlich mit der Regionalbahn und werde freundlich von einer Lautsprecherdurchsage begrüßt. Pünktlich geht es los, der Zug ist gut besetzt. Es ist 0:20 Uhr, ich habe Berührung mit einem Schaffner. Der Herr kontrolliert die Fahrkarte, dann jedoch meine Verspätung nicht bestätigen, denn sein Zug ist pünktlich. Recht hat er, wenn doch alle Kollegen ihre Züge so gut im Griff hätten.,,

Immerhin bin ich gleich an meinem Ziel in Flensburg angekommen. Bei einer anderen Reise hatte ich vor Jahren auch schon mal die frohe Botschaft erhalten „Tut uns leid, da fahren wir heute nicht mehr hin…“. Schwein gehabt, heute komme ich ans Ziel. Ich freue mich auf ein Bett. Heute sehe ich das alles ganz entspannt. Vor mir liegt das Meer, welches Ruhe und Entspannung ausstrahlt. Es hat keinen Wert sich aufzuregen…

Um zur ursprünglichen Fragestellung zurück zu kommen. Es passiert nicht nur mir, sondern auch all den anderen Reisenden, die in den Bahnhöfen herumlungern und Wertbons für einen Kaffee ins den Händen halten, denen, die im Zug versuchen einen Freund oder Verwandten zu erreichen, um mitzuteilen, dass sie später kommen oder die versuchen eine Abholung zu koordinieren. Und so unberechenbar ist es eigentlich auch nicht. Wer früh genug losfährt, der kommt auch ans Ziel, man weiß halt vorher nicht so genau wann das sein wird. Wer zu spät ist, den bestraft das Leben damit, nicht mehr anzukommen, aber das ist eine andere Geschichte….

Erkenntnis des Tages: Wer eines der letzten Abenteuer in Deutschland sucht, der sollte wieder einmal mit der Bahn fahren. Man weiß vorher nicht über welche Umwegen man sein Ziel erreicht und wann man ankommt. Sollte man irgendwo stranden, was durchaus auch einmal vorkommen kann, hat man die Chance neue Städte kennen zu lernen. Sofern man eine Verabredung hat oder von jemandem abgeholt wird, sollte man für einen vollen Handy Akku und ausreichend Notfallrufnummern sorgen. Weiterhin habe ich meine Notration Wasser schätzen gelernt, die man sonst nur einplant, wenn man mit dem Auto nach Death Walley fährt oder sich in ähnlich extreme Situationen begibt. Was Termine angeht, so ist es besser um die halbe Welt zu fliegen, egal ob nach Asien oder Amerika. Flugzeuge sind nicht nur extrem sicher, sondern auch zuverlässig. Ich werde jedenfalls nicht meine nächsten Flugreise mit einer Anfahrt mit der Bahn beginnen.

Ich stelle fest, dass ich einen halben Roman geschrieben habe, nicht geplant, nein es hat sich einfach so ergeben. Ich möchte betonen, dass sich alles genau so zugetragen hat und die Fakten belegbar sind.

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